Morning deer
- 📍 Ort: Forêt de Rambouillet, Frankreich
- 📅 Datum: 2023
Ein Hirsch, der in der ersten Stunde des Tages eine Lichtung im Wald von Rambouillet durchquert und dabei durch einen Korridor aus Gegenlicht von Schatten zu Schatten wandert. Das Tier erscheint beinahe als Silhouette, gesäumt von einem feinen Lichtfaden entlang des Rückens und der Unterseite, während das Gras vor ihm in gleißendem Weiß brennt.
Diese Aufnahme entstand gänzlich gegen das Licht, was bedeutet, zu akzeptieren, dass der Großteil des Bildausschnitts verloren geht. Die Bäume versinken in Schwarz, ebenso die ferne Seite der Lichtung, und was bleibt, ist ein schmaler goldener Streifen, in dem sich eine Gestalt bewegt. Die Belichtung auf die Lichter bewahrt das Glühen und reduziert den Hirsch auf seine Umrisse, doch diese Kontur genügt: Das Profil eines Hirsches zählt zu den unmittelbar lesbarsten Formen der europäischen Natur.
Den Rest erledigt der Nebel. Tiefstehende Sonne in feuchter Luft beleuchtet eine Szene nicht bloß, sie macht die Luft selbst sichtbar, und jene Strahlen, die zwischen den Stämmen herabzufallen scheinen, sind nichts als Sonnenlicht, das auf Wasser trifft.
Morgen wie dieser besitzen eine ganz eigene nervöse Qualität. Das Licht verweilt vielleicht fünfzehn Minuten, alles ist in Bewegung, nichts wartet auf dich, und man weiß, dass sich das Bild allein daran entscheidet, ob ein Tier in der richtigen Sekunde den richtigen Meter Boden betritt.
Meine Absicht war es, das Licht zu fotografieren und den Hirsch hindurchziehen zu lassen, anstatt den Hirsch zu fotografieren und das Licht lediglich als Dekoration zu behandeln.
Limitierte Fine-Art-Edition aus der Skywaven Studios Kollektion, erhältlich in verschiedenen Größen, Papieren und Rahmungsoptionen.








